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Musterlok - Krauss-Maffei 15791/1940

1940 lieferte Krauss-Maffei eine Serie von 3 Musterlokomotiven an das Oberkommando des Heeres (OKH) nach Berlin. Es handelte sich um die Krauss-Maffei 15790/1940 (100 PS-Cn2t+T), Krauss-Maffei 15791/1940 (140 PS-Dn2t+T) und Krauss-Maffei 15792/1940 (180 PS-En2t+T). Es handelte sich um Halbtenderlokomotiven, die mit dem bekannten 6m³-Schlepptender gekuppelt waren. Die Innenrahmen-Lokomotiven wurden mit einer Spurweite von 750mm ausgeliefert, konnten jedoch auf eine Spurweite von 600mm umgebaut werden. Zur Produktionsvereinfachung wurden die Loks soweit möglich aus gleichen Bauteilen aufgebaut.

Da bei Auslieferung der Lokomotiven im Juni und November 1940 bereits eine Festlegung auf zukünftig zu beschaffende Loktypen erfolgt war, kam die Beschaffungsstelle nicht mehr auf die Krauss-Maffei Typen zurück. Es waren damit waren die letzten von Krauss-Maffei gebauten Heeresfeldbahn-Lokomotiven.

Am 20. November 1940 wurde der D-Kuppler unter der Fabriknummer 15791 ausgeliefert und an die Waffenprüfanstalt 5 in Berlin übergeben, von der sie die Inventarnummer 154 zugeteilt bekam. Noch im gleichen Monat wurde die WaPrüf 5/154 durch den Oberkommandierenden der deutschen Wehrmacht in die heutige Slowakei nach Zakamenne (Hinternstein) gebracht.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges erfolgt ihr Einsatz, immer noch mit dem Nummernschild 154 und ohne ihren Hilfstender, auf der Waldbahn Oscandnica-Zakamenne. 1971 wurde der Betrieb auf der Waldbahn eingestellt, die 154 wurde jedoch bereits vor 1968 abgestellt und taucht nicht mehr in den Inventarlisten der Eisenbahn auf.

1988 wurde die Lok von Zakamenne in das provisorische Museumsdepot nach Vychylovka, dem Ausgangspunkt der heute betriebenen Museumseisenbahn, überstellt. Leider kam es im selben Jahr zu einem schweren Lokschuppenbrand bei dem die Krauss-Maffei 15791/1940 und eine weitere Dampflok schwer beschädigt wurden.


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Neulackierung nach dem Lokschuppenbrand 1988, Foto: © Rolf Höhmann, Darmstadt

In den folgenden Jahren verschlechterte sich der Zustand durch die erneute Abstellung im Freien und einige Diebstähle von wichtigen Teilen immer weiter. Erst 2001 konnte die Lok wieder in einem provisorischen Lokschuppen untergestellt werden, doch die Waldbahn blieb weiterhin vom Pech verfolgt. Im Winter 2003 stürzte das Dach unter einer Schneelast über den Loks zusammen, so dass die Loks nun mit weiteren Beschädigungen wieder unter freiem Himmel stehen.

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Foto: © Martin Kouřil

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Abgestellt an der Station Chmura im Juli 2004, Foto: © Michael Schütz

In der Zwischenzeit löste sich der alte Verein zur Erhaltung der Waldbahn auf und wurde durch einen neugegründeten Verein ersetzt. Die Krauss-Maffei 15791/1940 soll auf jeden Fall bei der Waldbahn erhalten werden, inwieweit die Lok aufgearbeitet werden kann, ist noch nicht geklärt, da momentan andere besser erhaltene Lokomotiven Vorrang haben.

KraussMaffei 15791 FachR 2013
Krauss Maffei 15791 im Lokschuppen von Vychylovka am 19. Oktober 2013, aufgenommen von © Rüdiger Fach

Weitere Informationen und Fotos finden Sie auf der Internetseite über die Waldbahn Oscandnica-Zakamenne (Juni 2017 - nicht aufrufbar)

Mit Hilfe von Martin Kouřil gelang es, den Verbleib der beiden Schwesterlokomotiven zu klären. Krauss-Maffei 15790/1940 (Cn2t+T) kam nach dem Zweiten Weltkrieg nach Tschechien und wurde 1949 nach Bulgarien verkauft. Krauss-Maffei 15792/1940 (En2t+T) wurde in den sechziger Jahren in einem Kalksteinbruch ebenfalls in Tschechien eingesetzt.